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Fehlbesetzung als Systemfehler — warum sie kein schlechtes Bauchgefühl ist

  • Autorenbild: Rebecca Hesselbach
    Rebecca Hesselbach
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Schlechte Personalentscheidungen entstehen selten im Gespräch. Sie entstehen in dem Moment, in dem Sie ohne System in den Prozess gegangen sind.



Sie kennen das Gefühl. Die neue Person wirkt im Interview überzeugend, der Bauch sagt Ja, die Einstellung läuft durch — und drei Monate später merken Sie: Es passt nicht. Nicht zur Aufgabe, nicht zum Team, nicht zur Kultur. Sie fragen sich, was Sie übersehen haben.

Die ehrliche Antwort: Wahrscheinlich alles, was vor dem Gespräch hätte passieren müssen.


„Fehlbesetzungen sind das Ergebnis eines fehlenden Fundaments — nicht eines schlechten Bauchgefühls."


Der Fehler liegt nicht im Gespräch

Fehlbesetzungen haben in den seltensten Fällen einen einzigen dramatischen Auslöser. Sie sind das Ergebnis von dem, was vorher nicht passiert ist: kein klares Anforderungsprofil, keine ehrliche Vorstellung vom tatsächlichen Arbeitsalltag der Stelle, kein Prozess, der sicherstellt, dass im Gespräch wirklich das gemessen wird, was gemessen werden soll.

Stattdessen: Zeitdruck, Bauchgefühl und die stille Hoffnung, dass es schon irgendwie funktionieren wird.

Das ist kein Vorwurf. Es ist die Realität in einem Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen — und sie hat einen einfachen Grund: Recruiting wurde nie als eigene Kompetenz aufgebaut, weil es lange keine Abteilung dafür brauchte. Man hat jemanden gefunden, und irgendwie hat es immer geklappt.


„Man hat jemanden gefunden, und irgendwie hat es immer geklappt. Irgendwie klappt es heute nicht mehr so einfach."


Was sich verändert hat — und warum das Ihr Problem ist

Bewerber haben heute mehr Optionen. Die Toleranz für unklare Stellen, uninspirierte Anzeigen und schlecht vorbereitete Gespräche ist gesunken — auch wenn nach außen niemand sich beschwert. Man bewirbt sich schlicht woanders, leise und ohne Erklärung.

Was bleibt, ist ein stilles Problem: Unternehmen, die zwar suchen, aber nicht finden. Und wenn sie jemanden finden, dann oft die Falsche oder den Falschen — weil der Prozess nicht auf Passung ausgelegt war, sondern auf Verfügbarkeit.


Was ein Fundament in der Praxis heißt

Ein Fundament klingt abstrakt, bis man es an einer echten Stelle durchspielt. Drei Dinge machen den Unterschied.

Erstens: ein Anforderungsprofil, das vor der Anzeige entsteht, nicht danach. Nicht „Berufserfahrung wünschenswert", sondern die drei bis fünf Dinge, die diese Stelle wirklich braucht — und woran man sie im Gespräch erkennt.

Zweitens: ein Gesprächsleitfaden, der bei jedem Kandidaten dieselben Fragen stellt. Nicht, um das Gespräch steif zu machen, sondern damit zwei Kandidaten am Ende wirklich vergleichbar sind — und nicht nur zwei unterschiedlich sympathische Eindrücke.

Drittens: ein zweiter Blick, bevor die Entscheidung fällt. Eine zweite Person im Prozess, und sei es nur für die letzten zwei Kandidaten. Der Bauch täuscht sich seltener, wenn er nicht allein entscheidet.


Keines dieser drei Dinge braucht ein neues System oder ein großes Budget. Sie brauchen eine einmalige Entscheidung, es künftig anders zu machen.


Was das mit Ihnen zu tun hat

Wenn Sie ein kleines oder mittelständisches Unternehmen führen und keine eigene HR-Abteilung haben, dann liegt Recruiting in Ihrer Verantwortung — ob Sie das wollen oder nicht. Die Frage ist nicht, ob Sie sich damit beschäftigen. Die Frage ist, ob Sie es mit oder ohne System tun.


Recruiting ist keine Begabung. Es ist eine Kompetenz, die man aufbauen kann — auch ohne HR-Hintergrund, auch mit zwanzig anderen Prioritäten auf dem Tisch.

Wer das einmal verstanden hat, hört auf, Fehlbesetzungen als Pech zu bezeichnen.


Was eine Fehlbesetzung am Ende tatsächlich kostet, lässt sich genau ausrechnen. Der Vakanz-Rechner nimmt Ihnen die Rechnung ab: Sie tragen Ihre eigenen Zahlen ein und sehen in einer Minute, was eine offene oder falsch besetzte Stelle Sie pro Monat kostet. Kostenlos, ohne Registrierung: https://www.personalfundament.de/quiz



Rebecca Hesselbach — Gründerin Personalfundament. Ich begleite kleine und mittelständische Unternehmen dabei, Recruiting intern zu strukturieren. personalfundament.de

 
 
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