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Warum offene Stellen im Gesundheitswesen länger unbesetzt bleiben als anderswo – und was das einen Betrieb wirklich kostet

  • Autorenbild: Rebecca Hesselbach
    Rebecca Hesselbach
  • vor 7 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Eine offene Stelle fühlt sich zunächst nach einem kurzfristigen Problem an. Jemand ist gegangen, jemand neues muss her. Der Betrieb schreibt aus, wartet, hofft.

Doch was in dieser Wartezeit wirklich passiert – und was sie tatsächlich kostet – wird in den meisten Betrieben im Gesundheitswesen nie aufgeschrieben. Es bleibt ein Gefühl. Ein Druck. Eine Belastung, die irgendwie immer da ist.


Dieser Artikel soll das sichtbar machen.


*Von Rebecca Hesselbach | personalfundament.de*



Was eine offene Stelle im Gesundheitswesen tatsächlich kostet


Die direkten Kosten kennt jeder: Stellenanzeigen, Jobportale, vielleicht ein Headhunter. Das sind die Ausgaben, die auf einer Rechnung stehen.

Die indirekten Kosten stehen nirgends – und sie sind in den meisten Fällen deutlich höher.


1. Das Team trägt die Last

Wenn eine Stelle unbesetzt ist, verteilt sich die Arbeit auf die, die noch da sind. Im Gesundheitswesen bedeutet das: mehr Patienten, mehr Touren, mehr Schichten – bei gleichem Gehalt. Die Folge ist Erschöpfung. Und Erschöpfung führt zu Fehlern, zu Krankmeldungen, im schlimmsten Fall zu weiteren Kündigungen.

Eine unbesetzte Stelle erzeugt Druck, der die nächste offene Stelle produziert.


2. Qualität leidet – still und unsichtbar

Kein Betrieb im Gesundheitswesen würde sagen: „Wir versorgen unsere Patienten schlechter, weil wir unterbesetzt sind." Und doch passiert genau das – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus purem Zeitmangel. Weniger Zeit pro Patient. Weniger Sorgfalt bei der Dokumentation. Weniger Raum für das, was die Arbeit eigentlich bedeuten sollte.


3. Führungskräfte verlieren Zeit für Führung

In kleinen und mittleren Betrieben übernehmen Geschäftsführer, Einrichtungsleitungen und Pflegedienstleitungen in Engpässen selbst operative Aufgaben. Sie springen ein, koordinieren, füllen Lücken. Die Zeit dafür fehlt für das, was langfristig zählt: Entwicklung, Strategie, Mitarbeitergespräche.


4. Die Suche selbst kostet Energie

Stellenanzeigen formulieren, Bewerbungen sichten, Gespräche führen, Absagen schreiben – das alles passiert nebenbei. Neben der Patientenversorgung, neben dem Tagesgeschäft, neben allem anderen. Es gibt keine Zahl dafür. Aber jede Führungskraft im Gesundheitswesen kennt das Gefühl.



Warum das Problem selten der Markt ist


Die häufigste Erklärung lautet: „Es gibt keine Fachkräfte mehr." Das stimmt – und es stimmt nicht.

Der Markt für Fachkräfte im Gesundheitswesen ist eng. Aber er ist nicht leer. Was fehlt, ist meist kein verfügbares Personal. Was fehlt, ist eine Struktur, die gutes Personal findet und hält.

Denn gute Fachkräfte im Gesundheitswesen sind nicht auf Jobsuche. Die sind beschäftigt. Die wechseln nicht über eine Anzeige – die wechseln, wenn sie gezielt angesprochen werden, wenn ein Angebot sie persönlich überzeugt, wenn der Moment passt.

Betriebe, die nur dann suchen, wenn eine Stelle offen ist, kommen immer zu spät.



Was den Unterschied macht


In acht Jahren Arbeit mit Betrieben aus Pflege, Homecare, Medizintechnik und Sanitätshäusern habe ich einen klaren Unterschied zwischen Betrieben gesehen, die schnell besetzen – und denen, die monatelang warten.

Die schnell besetzenden Betriebe machen nicht mehr. Sie machen es strukturierter.

Sie bauen Personalgewinnung nicht als Notfallaktion auf, sondern als laufenden Prozess. Sie sind sichtbar, bevor eine Stelle offen ist. Sie haben einen Bewerbungsprozess, der für den Kandidaten gedacht ist – nicht für den Betrieb. Und sie verlieren neue Mitarbeitende nicht in den ersten drei Monaten, weil das Onboarding sitzt.

Das ist kein Hexenwerk. Es ist Struktur.



Was das für Ihren Betrieb bedeutet


Wenn in Ihrem Betrieb gerade eine Stelle offen ist – oder wenn Sie ahnen, dass in den nächsten Monaten eine kommen wird – ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Grundlage zu legen.

Nicht mit mehr Anzeigen. Nicht mit mehr Budget. Sondern mit einem klaren Prozess, der auch dann funktioniert, wenn die Not noch nicht brennt.

Personalfundament begleitet kleine und mittlere Betriebe im Gesundheitswesen dabei, genau das aufzubauen – intern, ohne eigene HR-Abteilung, ohne unnötigen Aufwand.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Personalsuche immer dann startet, wenn es schon zu spät ist?


Dann lesen Sie als nächstes: [Juli-Artikel: Warum 70 % der Fachkräfte nie eine Stellenanzeige lesen]


Rebecca Hesselbach ist Gründerin von Personalfundament und begleitet seit über acht Jahren Betriebe im Gesundheitswesen dabei, ihre Personalgewinnung intern zu strukturieren.



Wenn Sie herausfinden möchten, wo Ihr Betrieb aktuell steht, können Sie auf https://www.personalfundament.de in rund zwei Minuten Ihre Personalsituation kostenlos einordnen – ohne Anmeldung, direkt und konkret.





 
 
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